Der Orientierungssinn von Katzen ist ein faszinierendes Thema. Deshalb wird in den Schlagzeilen oft von unglaublichen Geschichten über Katzen berichtet, die noch Jahre, nachdem sie sich verlaufen hatten, den Weg nach Hause finden. Katzen können sich offenbar sehr gut orientieren, indem sie sich einfach auf ihre Sinne verlassen. Aber: Das trifft zwar für verwilderte Katzen zu, aber bei Hauskatzen sieht das ganz anders aus. Wir zeigen Ihnen, welche Vorkehrungen Sie treffen können, damit Ihr Stubentiger nicht verloren geht.
Der Orientierungssinn von Katzen: die vielen Theorien
Im Gegensatz zu Hunden sind Katzen nur halb domestizierte Tiere. Das mag erklären, warum Katzen von Natur aus Wanderer sind; alle Katzeneltern wissen das! Von einigen Katzen ist bekannt, dass sie über einen guten Orientierungssinn verfügen, aber die Gründe dafür bleiben teilweise unbekannt. Derzeit ist noch nicht vollständig geklärt, wie eine Katze in der Lage ist, den Weg nach Hause zu finden.
Theorien besagen, dass eine Katze instinktiv in der Lage ist, die richtige Richtung zu wählen, selbst wenn sie sich zum ersten Mal an einem Ort befindet. Aber wie? Hier sind einige Theorien:
Die Magnetfeld-Theorie: Katzen gehören zu den Tieren, die die Magnetfelder der Erde spüren können. Auch das Eisen in den Innenohren und der Haut von Säugetieren kann wie ein natürlicher Kompass wirken.
Die Hörbilder-Theorie: Der exzellente Hör-, Geruchs- und Sehsinn hilft Katzen, sich Geräusche, Gerüche und Bilder ihrer Heimat einzuprägen und diesen “Hörbildern” nach Hause zu folgen.
Die Sonnen-Theorie: Katzen orientieren sich am Stand der Sonne. Die sogenannte Astronavigation wurde auch bei Vögeln beachtet.

Die Morphisches Feld-Theorie: Die Katze baut eine enge Vertrautheit und Verbindung zum Heimatort auf und findet mithilfe von telepathischer Kommunikation wieder an ihren Heimatort zurück.
Wie ausgeprägt ist der Orientierungssinn von Katzen wirklich?
Katzen sind mit starken Sinnen begabt. Augen und Ohren sind nicht die einzigen Organe, über die eine Katze die Welt wahrnimmt. Das Fell und die Pfoten Ihrer Katze sind dafür verantwortlich, Informationen aus der Umgebung aufzunehmen und sie schnell an das Gehirn Ihrer Katze weiterzuleiten, damit es sie verarbeiten kann.
Außerdem verfügen Katzen über:
- einen gut entwickelten Geruchssinn (über 19 Millionen Duftrezeptoren)
- ein exzellentes Gehör
- sehr präzise Augen
Obwohl Katzen sehr geschickte Tiere sind, können sie sich auf ihren Streifzügen einer Reihe von Gefahren aussetzen. So sind Freigängerkatzen zum Beispiel leichter ansteckenden Viren wie Katzenleukämie ausgesetzt.
Gut zu wissen: Während Wohnungskatzen bis zu 20 Jahre alt werden können, liegt die durchschnittliche Lebenserwartung von Freigängerkatzen zwischen 2 und 11 Jahren. Kaltes Wetter, Kämpfe mit anderen Katzen und Menschen, die Katzen nicht mögen können die Streifzüge Ihrer Katze zu gefährlichen Eskapaden werden lassen. Aber keine Sorge!
So bleibt Ihr Stubentiger sicher
Damit Ihre Katze gesund und munter bleibt, folgen Sie diesen Tipps:
1. Kennen Sie Ihr Viertel:
Wie sicher ist Ihr Garten? Denken Sie daran, dass Gefahren für Ihre Katze dort lauern, wo Sie sie am wenigsten erwarten! Achten Sie auf giftige Pflanzen und seien Sie vorsichtig bei der Verwendung starker chemischer Pestizide.
2. Behalten Sie Ihre Katze in Ihrer Nähe:
Katzen — das haben Sie vielleicht schon gemerkt — lieben es, herumzustreunen. Deshalb ist der Bau eines Zauns in den meisten Fällen nicht die Lösung. Es gibt zwar Möglichkeiten, Ihre Katze im Garten zu behalten, aber manchmal ist es unvermeidlich, dass sie sich aus dem Staub macht.

3. Nutzen Sie GPS-Tracker:
Sollte Ihr Vierbeiner doch einmal ausbüxen, können Sie ihn mithilfe von einem GPS-Tracker leicht wiederfinden. Diese kleinen Wundergeräte werden am Halsband Ihrer Katze angebracht und geben ein Signal in Echtzeit an Ihr Handy weiter. Damit sind Sie immer auf der sicheren Seite! Das sind die besten GPS-Tracker für Katzen:
4. Hüten Sie sich vor Streunern:
Wer ist die streunende Katze in Ihrem Garten und wo kommt sie her? Leider sind ausgesetzte Katzen ein sehr häufiges Phänomen. Dabei handelt es sich um Katzen, die irgendwo weit weg von ihrem ursprünglichen Zuhause ausgesetzt wurden und die Ihre Katze bedrohen können, da die beiden um die Vorherrschaft in ihrem Revier konkurrieren.
Das Revier einer Katze
Katzen sind territoriale Tiere, sie verteidigen ein bestimmtes Gebiet gegen Eindringlinge. In ihrem eigenen Revier können sie sicher fressen, schlafen und spielen. Manche Katzen teilen ihr Revier mit einem Artgenossen, aber die meisten Katzen akzeptieren keine anderen Katzen in ihrem Revier.
Das (Kern-)Revier besteht oft aus dem Haus und dem Garten ihres Besitzers und erstreckt sich in der Stadt von 1.500 bis 2.000 Quadratmeter, auf dem Land sogar auf bis zu 60.000 Quadratmeter. Katzen entscheiden selbst, wie groß ihr Revier ist und wer dort willkommen ist.

Katzen zeigen durch ihren Geruch an, wo sie sich aufgehalten haben und was ihnen gehört. Alle markanten Punkte werden markiert, damit stecken sie ihr Revier ab. Wenn die Markierung alt ist, hinterlässt ein Neuankömmling seinen eigenen Geruch. Handelt es sich um eine frische Markierung, respektiert der Neuankömmling diese und sucht sich einen anderen Standort.
Duftmarken dienen als Kommunikationsmittel: Katzen wissen voneinander, wann jemand in der Nachbarschaft war und wie lange das her ist.
Was tun, wenn Ihre Katze nicht nach Hause findet?
So gut eine Katze Ihr Revier kennt und so ausgeprägt ihr Orientierungssinn auch ist, es kann durchaus vorkommen, dass sie sich verläuft und nicht nach Hause findet. Sollte Ihr Haustier verloren gehen, können Sie Folgendes tun:
- Bewahren Sie Ruhe.
- Durchsuchen Sie zu aller erst Ihr eigenes Haus. Vierbeiner können sich unter Möbeln, in Schränken oder sogar hinter einer Schrankwand verstecken. Vergessen Sie nicht, in Kellerräumen, auf dem Dachboden und im Geräteschuppen nachzuschauen.
- Klappern Sie mit der Futterschale und machen Sie vertraute Geräusche, damit Ihre Katze Sie wiedererkennt.
- Suchen sie die Umgebung im Umkreis von maximal 500 Metern ab.
- Checken Sie in Garagen, Gatenhäusern und Kellern der Nachbarn.
- Suchen Sie umherstehende Bäume und Dächer ab.
- Gehen Sie nachts auf die Suche, wenn überall Ruhe herrscht.
- Fragen Sie in umliegenden Tierheimen nach, hängen Sie bei Bedarf Suchzettel auf und posten Sie in lokale Facebook-Gruppen.
- Legen Sie sich einen GPS-Tracker zu, um sich den ganzen Stress und die Sorgen beim nächsten Mal zu ersparen.
