Egal, ob es sich bei dem Neuzugang um ein süßes kleines Kätzchen oder einen etwas älteren Hund aus dem Tierheim handelt, es gibt einige Dinge, die Sie über das Zusammenleben von Katzen und Hunden wissen sollten. Schließlich sind Katzen und Hunde nicht von Natur aus Freunde. Deshalb ist es wichtig, alles zu tun, damit sie sich gut verstehen. Ein harmonisches Zusammenleben mit mehreren Haustieren ist möglich, aber es gibt ein paar Tipps und Tricks, die dabei helfen können. Hier zeigen wir Ihnen, wie Sie Hund und Katze Schritt-für-Schritt aneinander gewöhnen.
Sollte ich mir eine Katze zulegen, wenn ich einen Hund habe (oder umgekehrt)?
Natürlich müssen Sie einige Überlegungen anstellen, bevor Sie diese beiden sehr unterschiedlichen Lebewesen zusammenbringen. In erster Linie müssen Sie so sicher wie möglich sein, dass sie sich vertragen. Wenn Sie ein Kätzchen oder einen Hund aus einem Tierheim adoptieren, sollten Sie sich erkundigen, ob diese sich mit anderen Tieren vertragen.
Viele Tierheime bieten die Möglichkeit, eine Katze oder einen Hund zum Test mit nach Hause zu nehmen. Es ist jedoch wichtig, daran zu denken, dass dieser Test nur ein Anhaltspunkt für das Verhalten des Tieres gegenüber anderen Tieren ist und dass das Verhalten bei anderen Tieren und in einer anderen Situation anders sein könnte.

Wie wird Ihr derzeitiges Haustier damit umgehen? Ist es im Allgemeinen kontaktfreudig und hat eine unkomplizierte Persönlichkeit? Wie reagiert es, wenn Menschen zu Besuch kommen? Hat Ihr Hund schon einmal eine Katze gejagt, oder handelt es sich um eine Rasse, die für die Jagd auf kleine Tiere gezüchtet wurde? Wenn Sie eine junge Katze adoptieren, ist es besonders wichtig, dass Ihr Hund keinen ausgeprägten Beutetrieb hat, da das Kätzchen noch sehr empfindlich ist.
Warum vertragen sich Katzen und Hunde nicht?
Obwohl es allgemein bekannt ist, dass sich Katzen und Hunde nicht vertragen, können viele Haustiere harmonisch zusammenleben. Tatsächlich leben in etwa 6 % der deutschen Haushalte eine Katze und ein Hund gemeinsam unter einem Dach. Allerdings gibt es zwischen Hund und Katze einige natürliche Unterschiede, die das Zusammenleben etwas erschweren:
Katzen sind Beutetiere, und Hunde sind natürliche Raubtiere. In vielen Ländern sind wild lebende Katzenarten, die ähnlich groß sind wie unsere Hauskatzen, durch freilaufende Wölfe bedroht, so dass es ganz natürlich ist, dass Katzen Angst vor Hunden haben.
Es gibt es einen gewissen Wettbewerb zwischen den beiden Arten. Beide wollen Ihre Aufmerksamkeit, beide sehen in Ihnen eine Quelle für Nahrung und Gesellschaft — daher ist ein gewisses Konkurrenzdenken wahrscheinlich, und es kann sogar sein, dass sie sich einander gegenüber territorial verhalten.
Obwohl Katzen und Hunde mit Gerüchen und Körpersprache kommunizieren, sprechen sie zwei unterschiedliche Sprachen. So wie Menschen das Gähnen eines Hundes fälschlicherweise als Langeweile und nicht als Angst interpretieren, können auch Katzen und Hunde die Signale des jeweils anderen nur schwer deuten, was es für beide Arten schwierig macht, einander zu “verstehen”.
Trotzdem gibt es einige Hunderassen, die besonders freundlich und sanftmütig sind, und somit besser mit Katzen auskommen als andere:
- Golden Retriever
- Labrador
- Schäferhund
- Cocker Spaniel
- Bison Frisé
- Malteser
- Bernhardiner
- Collie
- Australien Shepherd

Manchmal kommen Hund und Katze jahrelang gut miteinander aus, aber eine Veränderung im Haushalt, z. B. ein neues Baby, ein Tierarztbesuch oder eine Änderung der Routine, kann das empfindliche Gleichgewicht stören. In diesem Fall sollten Sie die beiden wieder zusammenführen, als ob Sie ganz von vorne anfangen würden.
Wie können Sie also Ihrem Hund und Ihrer Katze helfen, sich zu verstehen?
Tipps und Tricks eines Tierarztes
Wir haben hilfreiche Tipps für ein friedliches Miteinander von Hund und Katze zusammengetragen:
1. Führen Sie Hund und Katze vorsichtig zusammen.
Trennen Sie das Haus zunächst in zwei Bereiche, damit sich der Neuankömmling an seine Umgebung gewöhnen kann, bevor Sie Hund und Katze zusammenführen. Sie können eine Decke oder ein Bett zwischen den beiden Bereichen austauschen, damit sich jeder an den Geruch des anderen gewöhnen kann. Spielen Sie vor dem ersten Treffen mit Ihren beiden Haustieren und gehen Sie mit Ihrem Hund lange spazieren, damit er müde und weniger aufgeregt ist.
Das Ziel des ersten Treffens ist es, dass beide Tiere sich ruhig und sicher fühlen, voneinander getrennt sind und eine positive Einstellung haben (Futter hilft!). Die erste Begegnung sollte kurz sein — nicht länger als ein paar Minuten — und dann sollten Hund und Katze wieder getrennt werden.
2. Geben Sie Ihrem Hund viel positive Rückmeldung.
Wenn Sie Ihre Haustiere einander vorstellen, sollten Sie Ihren Hund an der Leine führen. Auch wenn Katzen, die Erfahrung mit Hunden haben, bei der Annäherung standhaft bleiben, werden die meisten von ihnen zunächst fliehen. Viele Hunde jagen etwas, das wegläuft, also seien Sie darauf vorbereitet.
Wann immer Ihr Hund die Katze ignoriert oder ein ruhiges Verhalten zeigt, belohnen Sie ihn mit positiver Bestärkung. Im Idealfall sollte Ihr Hund die Katze zwar wahrnehmen, aber ruhig bleiben und sich auf Sie konzentrieren. Wenn er die Katze ansieht, dann aber ruhig zu Ihnen zurückblickt, belohnen Sie ihn.
3. Bieten Sie Ihrer Katze Versteckmöglichkeiten.
Denken Sie daran, dass sich Ihre Katze auch nach einer erfolgreichen Eingewöhnung noch verletzlich fühlen kann, vor allem, wenn Ihr Hund reizbar ist. Katzen zeigen selten Aggressionen, es sei denn, sie werden in die Enge getrieben. Sie können Ihren Hund also schützen, indem Sie Ihrer Katze immer einen Fluchtweg lassen.
Viele Katzen lieben es, hoch oben zu klettern, wo sie von einer sicheren Position aus zusehen können, daher sollten Sie ein Regal oder ein Klettergerüst für sie bereitstellen. Treppengitter können zudem verhindern, dass Ihr Hund Ihrer Katze folgt.
Besonders beim Schlafen müssen Katzen sich geborgen und sicher fühlen — stellen Sie also einen ruhigen Schlafplatz für Ihre Mieze bereit.

4. Behalten Sie Freigänger im Auge.
Wenn Sie Hund und Katze ins Freie lassen, kann es draußen schnell mal zu einer Rauferei kommen, ohne dass Sie es mitbekommen. Deshalb empfiehlt es sich, Ihre Tiere auch im Freien im Auge zu behalten. Ein GPS-Tracker kann Ihnen dabei helfen.
GPS-Tracker für Hunde und Katzen sind kleine Navigationssysteme, die am Halsband angebracht werden und Ihnen den Live-Standort Ihres Tieres anzeigen. So können Sie Ihre beiden Fellnasen verfolgen, während Sie gemütlich auf der Couch sitzen. Die aktuell besten GPS-Tracker für Hunde und Katzen sind:
5. Zwingen Sie Ihre Haustiere nicht dazu, Ressourcen zu teilen.
Auch wenn Sie glauben, dass sie sich gut verstehen, bedeutet es für Ihre Katze erheblichen Stress, wenn sie gezwungen ist, Ressourcen wie Futter- und Wassernäpfe zu teilen. Dies sind Konfliktbereiche, die bei Katzen oft chronischen Stress verursachen, unabhängig davon, ob sie Angst vor Ihrem Hund haben oder mit ihm konkurrieren.
Vergessen Sie nicht, dafür zu sorgen, dass genügend Futternäpfe, Wasserquellen, Hundespielzeug und Betten vorhanden sind, so dass die Tiere einander problemlos ignorieren können, wenn sie es wünschen.
6. Scheuen Sie nicht, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.
Viele Menschen vergessen, um Hilfe zu bitten, wenn sie Probleme haben, und Sie denken vielleicht, dass sich niemand für Ihre häuslichen Probleme interessiert. Ihr Tierarzt wird jedoch viele hilfreiche Ratschläge für Sie haben, wenn Hund und Katze Schwierigkeiten haben, miteinander klarzukommen. Und wenn dieser nicht helfen kann, kann er Ihnen einen Trainer oder Verhaltensforscher empfehlen, der es kann.

Je länger Sie ein bestimmtes Verhalten aufrechterhalten, desto schwieriger wird es, es wieder in den Griff zu bekommen, also suchen Sie frühzeitig Hilfe, wenn Sie sich überfordert fühlen.
Viele Hunde und Katzen können problemlos zusammenleben, aber es ist wichtig, dass Sie sich über die individuellen Persönlichkeiten und Vorlieben Ihres Haustiers im Klaren sind, bevor Sie ein weiteres Familienmitglied aufnehmen. Sie sollten sich also einige Fragen stellen, bevor Sie ein neues Haustier aufnehmen.
Wenn ein Zusammenleben unvermeidlich ist oder Sie bereits Hund und Katze Zuhause haben, die sich nicht vertragen, sollten Sie mit Ihrem Tierarzt sprechen, der Sie an einen Verhaltenstherapeuten verweisen kann.
